Ein Interview mit Thomas Brands
Der Bioland-Betrieb von Thomas Brands befindet sich in der Umgebung von Schloss Moyland und baut ökologisches Gemüse für den regionalen Markt an. Der Schwerpunkt liegt auf einem recourssenschonenden Gewächshausanbau mit großer Sortenauswahl. Außerdem dient der Hof als Lernort für angehende Fachkräfte und bietet seine Erzeugnisse ebenfalls auf dem Wochenmarkt in Rees an.
Um einen Blick aus der Expertise zu verdeutlichen haben wir Thomas Brands ein paar Fragen gestellt :
1. Seit wann bewirtschaften sie ihren Betrieb ökologisch?
Herr Brand:
Also, ich bewirtschafte meinen Betrieb seit 1997 ökologisch. Ich habe damals im Nebenerwerb angefangen, also nicht direkt hauptberuflich. Der Betrieb ist von mir neu gegründet worden und ist dann nach und nach gewachsen, vor allem im geschützten Anbau unter Folie und Glas. Heute sind das etwas mehr als ein Hektar Fläche.
2. Sind sie einem Bio-Betrieb angeschlossen?
Herr Brand:
Ja, also ich bin dem Bioland-Verband angeschlossen. Das sind spezielle Verbandsrichtlinien, die über die EU-Bio-Vorgaben hinausgehen. Es gibt auch andere Verbände wie Demeter oder Naturland.
3.Worin unterscheidet sich Ihre Arbeit von der eines konventionellen Gemüsebauers?
Herr Brand:
Also, der größte Unterschied ist, dass wir keine synthetischen Pflanzenschutzmittel und keine chemisch-synthetischen Dünger einsetzen dürfen. Wir arbeiten mit natürlichen Mitteln und fördern das Bodenleben. Außerdem müssen wir Bio-Saatgut und Bio-Jungpflanzen verwenden. Ja, und zusätzlich gibt es bei Bioland auch verpflichtende Maßnahmen zum Naturschutz.
4.Welche Bedeutung hat der Boden in Ihrem Betrieb?
Herr Brand:
Ja, der Boden ist bei uns sehr wichtig. Wir düngen nicht direkt die Pflanze, sondern den Boden. Die Nährstoffe werden über Bodenorganismen verfügbar gemacht, was auch das Grundwasser schützt.
5.Was ist Ihnen persönlich beim ökologischen Anbau besonders wichtig?
Herr Brand:
Also für mich ist das die einzige Art zu arbeiten. Ich möchte gar nicht anders wirtschaften. Wichtig ist mir ein respektvoller Umgang mit Natur und Umwelt. Allerdings ist die Vermarktung gerade hier auf dem Land schwierig und die Kosten sind in Deutschland sehr hoch.
6.Welche Wildtiere begegnen Ihnen bei Ihrer Arbeit und wie gehen Sie mit ihnen um?
Herr Brand:
Also, Wildtiere gibt es hier nicht so viele. Meistens sind es Hasen. Problematischer sind manchmal Wühlmäuse. Da versucht man dann vorzubeugen oder andere Kulturen anzubauen. Da wir viel im Gewächshaus arbeiten, haben wir insgesamt wenig Kontakt mit Wildtieren.
7.Haben Sie in den letzten Jahren Veränderungen bei der Tierartenvielfalt festgestellt?
Herr Brand:
Also so direkte Veränderungen bei den Tierarten habe ich jetzt nicht stark bemerkt. Es hängt viel vom Standort und von dem Jahr ab.
8.Haben Sie Veränderungen bei der Pflanzenentwicklung oder beim Klima bemerkt?
Herr Brand:
Ja, also jedes Jahr ist anders. Aber ich würde schon sagen, dass die Winter in den letzten Jahren tendenziell milder geworden sind, zumindest im November und Dezember. Dafür kann es im Frühjahr noch mal sehr kalt werden.
9.Was müsste sich Ihrer Meinung nach ändern, um die Artenvielfalt weiter zu schützen?
Herr Brand:
Also bei Bioland gibt es dafür eine Biodiversitätsrichtlinie mit einem 100-Punkte-Programm. Dazu gehören Maßnahmen wie Hecken pflanzen, Nistkästen aufhängen oder Obstbäume setzen. Das ist verpflichtend und wird kontrolliert.
10.Worin unterscheidet sich der ökologische vom konventionellen Gewächshausanbau?
Herr Brand:
Im konventionellen Anbau wachsen viele Pflanzen nicht mehr im Boden, sondern in Nährlösungen. Das ist sehr technisch und fast steril. Im ökologischen Anbau arbeiten wir im Boden mit natürlichen Kreisläufen, was aufwendiger, aber nachhaltiger ist.
11.Ist die Nachfrage nach Bio-Produkten in den letzten Jahren gestiegen?
Herr Brand:
Ja, die Nachfrage ist schon gestiegen, so ungefähr sechs bis sieben Prozent im Jahr. Allerdings gibt es Schwankungen, zum Beispiel durch Corona oder steigende Preise. Viele Bio-Produkte kommen inzwischen aus dem Ausland, weil die Produktion dort günstiger ist.
Abschluss
Wir: Vielen Dank für das Gespräch.
Herr Brand: Ja, gerne. Viel Erfolg mit eurem Projekt.
Um noch mehr über Thomas Brand und seinen Hof oder über seine Produkte zu erfahren besuchen sie einfach seine Website: